Trockenfutter - Eine Gefahr für die Katzengesundheit!

In meiner nun mehrjährigen Laufbahn als mobile Katzensitterin musste ich leider immer wieder feststellen, dass der Grossteil der Katzen mit Trockenfutter gefüttert wird, einige davon sogar ausschließlich! Ich mische mich ungern in die Fütterungsgewohnheiten meiner Kunden ein, jedoch hoffe ich, dass ich mit meinem Blogartikel über Trockenfutter einige Augen öffnen kann und so den ein oder anderen dazu zu bewegen kann, Trockenfutter in Zukunft komplett wegzulassen bzw. wenn dann wirklich nur noch als Leckerchen oder als Belohnung beim Clickern zu geben.

 

Als Grund für die Fütterung mit Trockenfutter hört man häufig: „Trockenfutter ist so praktisch und es stinkt nicht!“, „Trockenfutter ist gesund für die Zähne und gut für die Figur!“.

 

Leider sind Harnsteine, Nierenerkrankungen, Allergien und auch Diabetes bei unseren Katzen häufig auf die Fütterung mit Trockenfutter zurückzuführen und für die Zähne ist es alles andere als gut.

Die Katze – Das Wüstentier

 

Unsere Katze stammt von der nordafrikanischen Falbkatze ab. Sie ist ein Wüstentier und ihr Körper und ihre Bedürfnisse haben sich dem Leben in der Wüste angepasst. Katzen decken ihren Wasserbedarf vorwiegend aus der Nahrung, sie trinken wenig.

 

Trockenfutter entzieht dem Katzenkörper Wasser. Um den Bedarf an Flüssigkeit zu decken bzw. wieder auszugleichen, müsste die Katze im Verhältnis zur gefressenen Trockenfuttermenge das 3fache an Wasser trinken. Trockenfutter enthält weniger als 14% Feuchtigkeit, eine Maus hingegen 70% bis 80%!

Trockenfutter – Was ist da drin?

 

Wer sich einmal intensiver mit den Deklarationen auf den Trockenfutterpackungen beschäftigt hat, wird schnell feststellen, was unseren Katzen tagtäglich in vielen Katzenhaushalten vorgesetzt wird.

 

Nehmen wir als Beispiel die Zusammensetzung eines Trockenfutters, das es in jedem Supermarkt gibt (ohne Namen zu nennen):

 

Zusammensetzung:

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (35%), Getreide, Öle und Fette, pflanzliche Eiweißextrakte, Mineralstoffe, Zucker, Hefe, Fisch und Fischnebenerzeugnisse

 

An der Deklaration erkennen wir, dass 35% Fleisch enthalten ist. Die Angabe bezieht sich jedoch auf frisches Fleisch. Nach der Trocknung schrumpft der Fleischanteil jedoch auf weniger als 9%. Die restlichen 91% bestehen aus schwer verdaulichen Stoffen wie unter anderem Getreide und pflanzlichen Stoffen, von Zucker ganz zu schweigen.

 

Eine artgerechte, gesunde Ernährung sieht anders aus!

 

Auch bei einem angeblich hochwertigen Trockenfutter mit einem Fleischanteil von 70% sinkt der verbleibende Fleischanteil nach der Trocknung auf 17,5% !

Trockenfutter macht krank

 

Es gibt leider immer wieder Katzen, die ausschließlich mit Trockenfutter gefüttert werden. Da die Katze ein Carnivor (Fleischfresser) ist und hauptsächlich Fett und Protein verbrennt, wird der Hauptanteil des Kohlenhydratüberschusses als Glykogen und Fett im Körper eingelagert. Die Folgen von Fettleibigkeit und Übergewicht sind vielfältig. Viele übergewichtige Katzen leiden heutzutage an Gelenkbeschwerden, Herzproblemen oder Diabetes mellitus.

 

Ein weiterer Punkt über den man sich gerade bei der Fütterung mit Trockenfutter Gedanken machen sollte ist, dass Katzen sehr schlechte Trinker sind. Trockenfutter entzieht dem Katzenkörper Wasser und da die Katze ihren Wasserbedarf fast nur über die Nahrung aufnimmt, ist eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter sehr problematisch. Durch die Verringerung der Harnmenge und die Erhöhung der Urinkonzentration steigt das Risiko für die Bildung von Harnsteinen erheblich. Der Urin und somit auch schädliche Substanzen verbleiben länger in der Blase, so dass das Risiko von Harnwegsinfektionen steigt. Auf die Dauer können die Nieren erheblich geschädigt werden. Nierenversagen ist eine der häufigsten Todesursachen bei Katzen. Das Risiko bei einer Trockenfutterkatze an CNI zu erkranken ist 4x höher als bei einer Katze, die mit Feuchtfutter gefüttert oder gebarft wird.

 

Trockenfutter besteht zum Großteil aus pflanzlichen Bestandteilen und auch häufig Getreide und Zucker. Der Organismus der Katze ist nicht darauf ausgerichtet große Mengen dieser Bestandteile zu verdauen, da sie einige dafür benötigte Enzyme nicht produzieren kann. Der gesamte Organismus der Katze wird somit stark belastet. Übergewicht, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen und Diabetes sind häufig die Folge einer jahrelangen Trockenfutter-Fütterung. Der gesamte Organismus der Katze wird erheblich belastet, unter anderem auch die Niere.

Gut für die Zähne?

 

Durch die Werbung und leider auch häufig durch unsere Tierärzte wird uns vorgegaukelt, wie toll das Trockenfutter für die Zahngesundheit unserer Miezen ist. Leider ist genau das Gegenteil der Fall. Vergleichen kann man das vielleicht am ehesten mit einem Butterkeks. Durch das Zerkauen des Kekses entsteht durch das Vermischen mit dem Speichel eine breiige Substanz, die sich auf die Zähne legt und zwischen den Zähnen klebt. Da die Katze sich nicht morgens und abends die Zähne putzt ist dieser Trockenfutterbrei ein perfekter Nährboden für Bakterien, Zahnfleischerkrankungen und Karies. Eine reinigende Wirkung von Trockenfutter gibt es leider nicht.

 

Schauen wir uns die Anatomie des Katzengebisses etwas näher an, stellen wir fest, dass es der Katze nicht wie uns Menschen möglich ist, die aufgenommene Nahrung zu „zermahlen“. Die Katze hat ein Scherengebiss mit Schneide-, Reiß- und Backenzähnen, die es ihr möglich machen, Beute zu reißen und grob zu zerkauen, bevor sie geschluckt werden kann. Rein aus diesem Aspekt ist eine „Zahnreinigung“ gar nicht möglich.

 

 

 

Aber der Tierarzt hat das Trockenfutter empfohlen!

 

Dazu muss man leider sagen, dass die meisten der Tierärzte von artgerechter, gesunder Ernährung wenig Ahnung haben. Im Tiermedizinstudium wird nur sehr kurz auf Ernährung eingegangen und die jeweiligen Schulungen werden dann von Mitarbeitern bestimmter Futtermittelhersteller geführt, die dann auch später Vertragspartner der Tierärzte werden. Mit der Kenntnis über die Folgen, die Trockenfutter für die Nieren haben kann, sollten alle Alarmglocken schrillen, wenn der Tierarzt bei einer Niereninsuffizienz noch Trockenfutter verordnet, die so genannte Nierendiät!!!

 

Gottseidank geht der Trend inzwischen auch bei einigen Tierärzten dahin, dass sie sich in Bezug auf Ernährung und Diätetik fortbilden und zu kompetenten Ansprechpartnern werden.

 

 

So schwer es Euch und Eurer Katze fällt: Bitte verwendet Trockenfutter wenn überhaupt nur noch als Leckerlis für Zwischendurch und in keinem Fall als einziges Futtermittel für Eure Mieze!

 

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