Ein Baby kommt! Muss ich meine Katze nun weggeben?

Leider kommt es nicht selten vor, dass sich einige Katzenbesitzer diese Frage stellen. Viele Katzen werden weggegeben, weil ein Baby kommt. Häufig haben die Katzenbesitzer Angst vor Verhaltensveränderungen der Katze, wie zum Beispiel Unsauberkeit, Markierverhalten oder aber Aggressivität gegenüber dem Baby. Auch die Angst vor Toxoplasmose spielt oft eine große Rolle.

 

Lasst Euch nicht verunsichern! Es gibt keinen Grund, eine Samtpfote wegzugeben, weil ein Baby kommt, im Gegenteil.

Toxoplasmose

 

Um in der Schwangerschaft eine Gefährdung des ungeborenen Kindes auszuschließen, sollten schwangere Frauen beim Arzt einen Toxoplasmose-Antikörpertest durchführen lassen. Vorsichtsmaßnahmen sind nur dann erforderlich, wenn keine Antikörper im Blut nachweisbar sind. In diesem Fall sollten folgende Punkte beachtet werden:

-          bei der Reinigung der Katzentoilette Handschuhe tragen bzw. das Klo in der Zeit der Schwangerschaft von einem anderen Familienmitglied reinigen lassen

-          „Häufchen“ im Katzenklo immer gleich entfernen, dann kann sich der Toxoplasmose-Erreger erst gar nicht bilden

-          besonders bei der Zubereitung von rohem Fleisch sollte man auf Sauberkeit und Hygiene achten (anschließend gründlich die Hände waschen)

-          besser wäre es, der Katze wenn möglich in dieser Zeit kein rohes Fleisch zu geben

 

Reine Wohnungskatzen, die noch nie mit rohem Fleisch gefüttert worden sind, sind in der Regel toxoplasmosefrei. Um sicher zu gehen, kann man einfach einen Bluttest beim Tierarzt machen!

 

Was viele nicht wissen: Die Erreger von Toxoplasmose werden von der Katze mit dem Kot ausgeschieden, bilden sich aber erst in 2 bis 4 Tage altem Kot! Und den sollte es in einer täglich gereinigten Katzentoilette gar  nicht geben! Das Streicheln der Katze birgt keinerlei Gefahren!

Kann ich die Katze auf das Baby vorbereiten?

 

Auf bestimmte Situationen und Gegenstände kann man die Mieze wunderbar vorbereiten.

-          Eine Katze liebt Veränderungen nicht besonders. Durch ein rechtzeitiges Aufstellen der neuen Babymöbel, hat die Miez aber genug Zeit, sich in Ruhe an die neue Wickelkommode, das neue Bettchen usw. zu gewöhnen.

-          Wenn die Katze in Zukunft nicht mehr in das „Babyzimmer“ darf, verschließt die Türe sobald wie möglich, dass die Katze sich an die neue Situation schon mal gewöhnen kann. Bietet ihr tolle Alternativen, zum Beispiel neue Schlafplätze in einem anderen Zimmer. Wer noch keinen „Catwalk“ an der Wand hat: Ein Catwalk ist eine großartige Alternative für die Katze, die in Zukunft ein Zimmer weniger zur Verfügung hat. Sie hat sozusagen eine dritte Ebene nur für sich und hat so den Durchblick von ganz oben.

-          Mit einer Verhaltenstherapie-CD kann man die Katze schon schrittweise vorab an das Babygeschrei gewöhnen, also desensibilisieren.

-          Verteilt ein paar Tage vor der Geburt des Babys Pheromonstecker in der Wohnung. Auch neue Möbelstücke könnt Ihr mit dem Pheromonspray einsprühen.

Der Alltag mit Baby und Katze

 

 

 

Wenn das Baby geboren ist und nach Hause kommt, ist es erst einmal für alle Familienmitglieder aufregend. Habt etwas Geduld mit Eurer Samtpfote und lasst ihr etwas Zeit, sich an die neuen Geräusche, die neuen Gerüche und die neue Situation zu gewöhnen. Nehmt Euch Zeit für sie, auch wenn es manchmal stressig ist und wenig Zeit bleibt. Für die Katze ist es einfacher, wenn ihre tägliche Routine bestehen bleibt (Spielzeiten, Fütterungszeiten, Schmusezeiten).

 

 

(Rechts auf dem Foto, das mir meine liebe Kundin Veronika zur Verfügung gestellt hat, seht Ihr Kater Hermes und die kleine Marlene. Sehr viele Leute hatten Veronika empfohlen, Hermes besser wegzugeben. Gottseidank hat sie es nicht gemacht. Klar, er musste sich auch erst an die neue Situation gewöhnen, vor allem an die neuen Geräusche und Gerüche, aber es klappt einfach super. Veronika hat mir erzählt, dass Hermes ihr an einem schlimmen "Schreitag" um die Beine streicht, so als wolle er sagen "Du schaffst das schon!")

Meine ganz liebe Kundin Katja hat mir dieses Bild zur Verfügung gestellt. Hier seht Ihr den kleinen Luis und Kater Moggi (also einen Teil von Moggi). Die beiden verstehen sich super und: Moggi war eines der ersten Wörter von Luis.

 

 

 

Reagiert die Katze mit Fauchen oder gar aggressiv gegenüber dem Baby, könnt Ihr mit Hilfe von Clicker-Training erreichen, dass die Katze das Baby nach einiger Zeit positiv verknüpft. Jede freundliche Annäherung und jedes interessierte Schnuppern am Baby sollte dann sofort positiv bestärkt werden (Click und Leckerli).  

Zwingt die Katze nicht, sich von dem Baby streicheln zu lassen. Sonst wird sie wahrscheinlich in Zukunft die Begegnung meiden. Die Katze sollte immer genügend Fluchtwege und auch Rückzugsmöglichkeiten haben.Zeigt Eurem Kind von Anfang an den richtigen Umgang mit der Katze.

 

Habt keine Angst und denkt erst gar nicht darüber nach, Euren Stubentiger wegzugeben. Wenn Ihr da mit etwas Geduld, Einfühlungsvermögen und viel Liebe rangeht, werden Eure Mieze und der neue Erdenbürger ein tolles Team, die viel Spaß und tolle Momente miteinander teilen werden!

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